Pressevertrieb

Verlagskunden und Einzelhandelskunden

Wirtschaftsdaten / Trends

Morawa liefert einen quartalsmäßigen Überblick über Wirtschaftsdaten, um einen Ausblick auf künftige Entwicklungen zu ermöglichen. Zahlen- und Datenmaterial stammen hauptsächlich vom Wirtschaftsforschungsinstitut, von der Statistik Austria oder der Wirtschaftskammer Wien (Quellenangabe).

Konjunkturtrends:

 

Prognose für 2017 bis 2018:

Kräftige Inlandsnachfrage hält noch etwas an

 

Die Nachfrage wächst in Österreich zurzeit kräftig. Die privaten Haushalte weiten ihren Konsum aufgrund der Einkommenssteigerung durch die Steuerentlastung aus, und die Unternehmen vieler Branchen verzeichnen eine Verbesserung der Lage. Dies überträgt sich aber nur zum Teil auf die Herstellung von Waren in Österreich, zumal 2016 vor allem Kraftfahrzeuge angeschafft werden und diese zum Großteil importiert werden oder vorrätig sind. Zudem schrumpft die Exportnachfrage aus den USA und aus den MOEL 5 (Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn); derzeit stützt besonders der Außenhandel mit dem Euro-Raum die Warenausfuhr.

 

Günstiger als die Warenausfuhr entwickeln sich die Tourismusexporte. Die Nachfrage nach diesen Dienstleistungen wirkt wenig produktivitätssteigernd und hat daher einen starken Beschäftigungseffekt, erzeugt aber gleichzeitig einen erhöhten Preisdruck. Daher liegt die Inflationsrate weiterhin über dem Durchschnitt des Euro-Raumes, 2017 aber zum zweiten Mal in Folge unter 1%. Aufgrund der Annahme einer Rohölverteuerung zieht sie 2017 auf 1,7% an, sodass die realen Bruttolöhne pro Kopf stagnieren. Die Nettolöhne erhalten 2016 einen positiven Impuls durch die Steuerentlastung und werden danach von der kalten Progression wieder etwas gedämpft.

 

Der angebotsbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit seit 2012 flaut 2016 ab, da die Beschäftigung kräftig expandiert, setzt sich 2017 und 2018 aber fort. Ältere werden ihre Erwerbstätigkeit weiter verlängern und der Zuzug von Arbeitskräften aus dem Ausland hält an, wobei die künftige Entwicklung wesentlich von Annahmen zur Arbeitsmarktpräsenz von Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten bestimmt wird. Der durchgehende Anstieg der Inländerarbeitslosigkeit von 2011 bis 2015 (+61.700), der demographisch bedingte Anstieg der Zahl älterer Arbeitsloser und die Verschlechterung der Arbeitsmarktchancen niedergelassener Arbeitskräfte aus den traditionellen „Gastarbeiterländern" (Balkanländer, Türkei) durch die Zuwanderung aus den EU-Ländern ziehen Verfestigungen am Arbeitsmarkt nach sich. Die damit einhergehende Zunahme der Langzeitbeschäftigungslosigkeit (von 20% der Arbeitslosen 2013 auf 34% 2016) steht einem Rückgang der Arbeitslosenquote in den kommenden Jahren ebenfalls entgegen.

 

Für 2017 und insbesondere 2018 ist auch konjunkturbedingt die Prognoseunsicherheit hoch.

 

Quelle: WIFO Prognose, Dezember 2016