Ausblick auf das Wirtschaftsjahr 2010

Prognose für 2010 und 2011: Träge Erholung der Konjunktur

Mitte 2009 stabilisierte sich die Konjunktur in Österreich, ausgehend vom Warenexport und der Sachgütererzeugung. Die Tendenz gewann allerdings nicht an Dynamik, auch weil bislang keine Investitionskonjunktur einsetzte. Deshalb wird das BIP im Jahr 2010 real um nur 1,3 % expandieren. 2011 soll die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte einsetzen; ihre Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage können derzeit nur vage geschätzt werden. Das WIFO erwartet für 2010 ein Wirtschaftswachstum von real 1,4 % bei einer Arbeitslosenquote von 7,7 % der unselbständig Erwerbstätigen, einer Inflationsrate von 1,8 % und einem Finanzierungssaldo des Staates von – 4,0 % des BIP.

 

Die Konjunkturunterschiede innerhalb des Euro-Raumes weiten sich aus: Während

das BIP in einer Ländergruppe um Deutschland und Frankreich im Jahr 2010 real um etwa 1,5 % zunehmen wird, geht es in den südeuropäischen Ländern, vor allem in Griechenland, weiter zurück. Im Durchschnitt des Euro-Raumes expandiert die Wirtschaftsleistung um nur 1 %.

 

Die heimische Güterausfuhr erholte sich aufgrund der Belebung der Nachfrage

westeuropäischer Handelspartner merklich. Sie könnte 2010 und 2011 real um 5 %

bzw. 6 % zunehmen, erreicht damit allerdings noch nicht das Niveau des Jahres

2008.

 

Die Zahl der unselbständig aktiv Beschäftigten dürfte im Jahresdurchschnitt 2010

nochmals geringfügig zurückgehen (-5.000) und sich 2011 wieder etwas erhöhen

(+5.500). Der Anstieg der Beschäftigung bleibt aber zu schwach, um die neuerliche

Ausweitung der Arbeitslosigkeit zu verhindern, da das Arbeitskräfteangebot stetig

zunimmt. Ab 2011 wird auch der heimische Arbeitsmarkt gegenüber den neuen EULändern vollständig geöffnet; die daraus resultierenden Angebotseffekte sind unsicher.

 

Die Inflationsrate erhöht sich im Jahr 2010 aufgrund der Energieverteuerung und

des leichten Auftriebs der Dienstleistungspreise auf 1,4 %. 2011 könnte sie – bedingt auch durch die mögliche Anhebung von Energiesteuern – 1,8 % betragen.

 

Quelle: WIFO Prognose, März 2010

 

März 2010
Quelle: Statistik Austria, Wifo

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